Leipziger Strombörse (Spotmarkt D) Schweizer u. französische Spotmarktpreise

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EPEX Spotpreise an der Leipziger Strombörse als Diagramm / Chart

Zeitraum   - 
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Energiehändler beschaffen sich den an ihre Kunden zu liefernden Strom zum größten Teil durch den Einkauf direkt („over the counter“) bei Stromerzeugern. Der Kauf dieser Stromblöcke erfolgt meistens unmittelbar nach Vertragsabschluß mehrere Monate vor Lieferbeginn. Nur ein kleiner Teil, die sogenannte Restmenge, der vertraglich zu liefernden Menge wird kurzfristig einen Tag vor Lieferbeginn (day-ahead) an der Leipziger Strombörse eingekauft.

Die berechnete Restmenge kann auf Wunsch des zu beliefernden Kunden aus spekulativen Gründen verändert werden:

  • Wenn der Kunde der Meinung ist, daß der Strompreis bis zum Lieferbeginn fällt, dann werden kleinere Stromblöcke im Voraus („over the counter“) eingekauft und somit mit dem Stromhändler eine größere Restmenge vereinbart. Die offene Restmenge wird dann hoffentlich günstiger einen Tag vor Lieferbeginn an der Strombörse beschafft.
  • Wenn der Kunde glaubt, daß der Strompreis bis zum Lieferbeginn steigt, dann werden größere Stromblöcke im Voraus („over the counter“) eingekauft und somit eine kleinere Restmenge vereinbart. Die zuviel im Voraus eingekaufte Energie wird dann hoffentlich mit Gewinn einen Tag vor Lieferbeginn an der Strombörse verkauft.

Kraftwerke profitieren ebenfalls durch den Handel an der Strombörse, indem sie ihren zu viel erzeugten Strom kurzfristig verkaufen.
Es kann auch vorkommen, daß Kraftwerke ihre Lieferverpflichtungen erfüllen, indem sie die zu liefernden Mengen am Spotmarkt einkaufen und das eigene Kraftwerk abschalten, wenn die eigene Erzeugung teurer als der Einkauf ist.

Der kurzfristige, einen Tag vor Lieferbeginn, Handel von Strom für die Länder Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz erfolgt an der European Power Exchange (EPEX SPOT SE) in Paris.
Die Strombörse funktioniert wie eine Wertpapierbörse, mit dem Unterschied, daß statt mit Aktien dort mit Strommengen gehandelt wird.
Die aktuellen Preise werden über eine eine blinde Auktion ermittelt: Die Marktteilnehmer geben täglich ihre Angebote und Nachfragen in ein Orderbuch ein. Die Strombörse fasst dann die Einzelgebote der Teilnehmer für jede Stunde zusammen und berechnet die Spotmarkt-Kurse für den nächsten Tag. Das Orderbuch für die Schweiz wird um 11 Uhr geschlossen und das für Deutschland/Österreich und Frankreich um 12 Uhr.
Publik gemacht werden die Ergebnisse für die Schweiz um 11.10 Uhr und um 12.40 Uhr für Deutschland/Österreich und Frankreich.
Die EPEX SPOT ermittelt zusätzlich die beiden Indizes Phelix Day Base und Phelix Day Peak.
Der Phelix Day Base ist der ungewichtete Durchschnittspreis der Einzelstunden 1-24 am Spotmarkt. Der Phelix Day Peak ist der ungewichtete Durchschnittspreis der Einzelstunden 9-20 am Spotmarkt.
Die Peak-Kurve im Diagramm entspricht nicht dem Phelix Day Peak, da in der Peak-Kurve im Unterschied zum Phelix Day Peak - Index nur die Tage Montag bis Freitag berücksichtigt sind.

Ziel ist es, mithilfe der französischen und deutschen Day-Ahead-Auktionen die Märkte in Zentralwesteuropa so zu verkoppeln, daß sich durch die optimale Ausnutzung der Kapazitäten an den Grenzkuppelstellen die Preisunterschiede zwischen den beiden Ländern ausgleichen.
Im Jahr 2012 wurden für Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz 321 Terrawattstunden kurzfristig gehandelt.

Offene Strommengen, die nicht durch den OTC-Handel oder durch den Einkauf an der  EPEX SPOT abgedeckt sind, müssen über die Regelenergie der Übertragungsnetzbetreiber (reBAB) beschafft werden.

Die Leipziger Strombörse (EEX) ist mit 50% an der EPEX Spot beteiligt. Die EEX wiederum gehört verschiedenen Energieunternehmern, Banken und Ländern. Größter Teilhaber der EEX-Strombörse ist die Eurex Terminbörse in Zürich. Ebenfalls beteiligt sind die großen Versorger RWE, EON, EnBW und Vattenfall. Es ist schon öfter der Verdacht geäußert worden, daß Preisabsprachen und Marktmanipulationen an den Strombörsen gang und gäbe sind.
Da die Versorger Handelsteilnehmer, aber auch gleichzeitig Betreiber von Kraftwerken sind, können Sie das Marktangebot von Strom durch Herauffahren bzw. Runterfahren der Kraftwerke nach Belieben vergrößern bzw. verknappen und somit die Strompreisentwicklung an der Börse beeinflussen.
2014 haben die EPEX SPOT und die norwegische Nord Pool Spot eingestanden, Preise und Gebiete abgesprochen zu haben. Als Kartellstarfe mußten sie ca. 6 Mio. Euro zahlen.

In Leipzig werden nur langfristige Future-Kontrakte gehandelt.

Im Jahr 2012 wurden an den Strombörsen Deutschlands, Österreich, Frankreich und der Schweiz insgesamt 321 Terrawattstunden kurzfristig gehandelt.

Die aktuellen Kurse und weitere Informationen gibt es auf den Seiten der EEX und der European Power Exchange:
Strombörse Leipzig…
European Power Exchange…